Donnerstag, 8. März 2018

Von Tischmanieren und anderen Sitten




Wir durften unsere Skiferien in einem wunderschönen Familienhotel in den Allgäuer Alpen verbringen. Für mich ist das immer wieder sehr entspannend, wenn wir als Familie unter anderen Familien sind, die Kinder schnell neue Bekanntschaften schliessen können und die Eltern sich nicht in einem Erdloch verkriechen müssen, wenn der Nachwuchs gerade in einer „besonderen Phase“ ist.

So ein Familienhotel ist auch ein perfekter Ort, um über Tischmanieren und andere Sitten nachzudenken. Für mich stellen die Familienmahlzeiten in erster Linie ein Gemeinschaftserlebnis dar, sie bieten eine Plattform, um sich auszutauschen und miteinander zu reden. Streitgespräche und ständiges Herumnörgeln verderben jedoch den Appetit und gehören darum nicht an den Tisch.

Wie bringen wir also unsere Kinder dazu, sich zu Tische „richtig“ zu benehmen? Ich persönlich halte nicht viel von Knigge-Kursen und strengen Essensregeln für Kleinkinder. Vielmehr sind es für mich die Eltern, Grosseltern und andere Bezugspersonen, welche wichtige Vorbilder darstellen. Kinder übernehmen automatisch die Verhaltensweisen von Menschen, welche ihnen nahe stehen und ihnen viel bedeuten.

Lesen wir selbst während den Mahlzeiten die Zeitung oder schauen ständig aufs Handy, brauchen wir uns nicht wundern, wenn auch unsere Kinder sich lieber mit anderen Sachen beschäftigen. Leben wir hingegen Verhaltensweisen vor, welche wir uns auch von unseren Kinder wünschen, werde sie diese mit grosser Wahrscheinlichkeit ebenfalls (früher oder später) übernehmen.

Hier fünf Regeln, welche die Kinder bereits von klein an lernen können:

Hände waschen
Hygiene gehört zum (Kochen und) Essen dazu - daher die Hände vor den Mahlzeiten gründlich waschen.

Kleine Portionen
Kinder haben ein hervorragendes Sättigungsgefühl und sollten nicht gezwungen werden den Teller leer zu essen. Sie sollen darum lieber mehrere kleine Portionen nehmen.

Gemeinsamer Essensstart
Sobald alle etwas auf dem Teller haben, wird die Mahlzeit (vielleicht mit einem Lied oder Sprüchlein) gemeinsam begonnen.

Geräuschlos essen
Schmatzen, rülpsen, schlürfen sind – zumindest in unserem Kulturkreis – tabu.

Gerade sitzen
Wenn die Kinder lernen das Besteck zum Mund zu führen und nicht umgekehrt, nehmen sie automatisch eine aufrechte(re) Haltung ein.


Und zum Schluss noch dies: Die verschiedenen Tischsitten können auch ganz spielerisch angegangen werden. Es ist für alle Familienmitglieder ein tolles Erlebnis, wenn ganz bewusst einmal sehr „schön“ und einmal ganz „wild“ gegessen wird. So könnte zum Beispiel regelmässig ein königliches Mahl serviert werden. Bei Kerzenschein versuchen dann alle möglichst vornehm zu essen und das weisse Tischtuch sauber halten. Ein anderes Mal findet dann ein Piratenschmaus statt, bei dem alle mit blossen Fingern essen.


Erziehung ist (k)ein Kinderspiel


Mittwoch, 28. Februar 2018

Die verflixte Eins


Brrrrr..... war das heute kalt draussen! Für alle, welche bei diesen Minus-Temperaturen lieber im warmen Wohnzimmer bleiben, stelle ich ein kleines, aber feines Würfelspiel vor: die verflixte Eins.

Ihr braucht dazu wie immer nur ganz wenig Material: einen Würfel, einen Stift, ein Blatt Papier - und schon kann’s losgehen!

Der erste Spieler darf so oft würfeln und die Augenzahlen zusammen zählen, wie er möchte. Sobald er mit der erreichten Punktezahl zufrieden ist, notiert er seine Punkte auf dem Blatt. Würfelt er jedoch eine (verflixte) Eins, so verliert er alle Punkte dieses Durchgangs und der nächste Spieler ist an der Reihe. 


Es gilt also gut abzuwägen, wie viel Risiko jeder eingehen möchte bzw. wann er seinen Spielzug beendet. Einmal notierte Punkte sind in Sicherheit und können nicht mehr verloren gehen.

Beim zweiten Durchgang werden die neu erwürfelten Punkte zu den bereits notierten Punkten dazu gezählt und die neue Zahl darunter geschrieben. Würfelt jemand eine (verflixte) Eins, wird einfach die Zahl der vorher gegangenen Runde nochmals darunter hingeschrieben.

Je nach Spielvariante endet das Spiel nach einer gewissen Anzahl Runden oder sobald ein Spieler 100 Punkte erreicht hat.

Viel Spass beim Würfeln... und schreibt mir doch in die Kommentare, wie euch und euren Kindern dieses Würfelspiel gefallen hat. :-)


Erziehung ist (k)ein Kinderspiel


Sonntag, 28. Januar 2018

Warum es wichtig ist, nach den Sternen zu greifen

Kennt ihr diese innere Stimme, die manchmal zu euch spricht? Die euch sagt, dass ihr dieses oder jenes nicht schaffen könnt? Die behauptet, dass ihr nicht gut genug, nicht schnell genug oder nicht fleissig genug seid? Ehrlich gesagt: Diese Stimme kann ziemlich nerven! Und was noch schlimmer ist: manchmal glaube ich ihr sogar...

Und da gibt es diese andere Stimme in mir - oder besser gesagt, es gibt da dieses Gefühl, welches ganz tief in mir drin schlummert. Ein Gefühl, welches mir Mut zuspricht und Selbstvertrauen schenkt, ein Gefühl, welches mich wachsen lässt und mich beschwingt. Durch dieses positive Gefühl habe ich mich an Sachen heran getraut, über welche ich heute noch staune. Ich konnte Experimente wagen, Projekte realisieren und Träume verwirklichen.

Ich erinnere mich noch gut an den Moment, als ich damals die Idee hatte, den Pantomimen Dimitri (1936-2016) um ein Interview für meine Diplomarbeit zum Thema „Körpersprache“ anzufragen. Als ich meinem Umfeld von diesem Vorhaben berichtete, wurde ich belächelt und erntete ungläubiges Kopfschütteln. Warum in aller Welt sollte ein „Star“ wie Dimitri einem Treffen mit mir zustimmen, um ein paar Fragen zu beantworten? „Warum nicht?“, fragte ich zurück und Griff zum Telefonhörer. Kurzum: Wenige Tage später reiste ich nach Verscio und führte eines der prägendsten Gespräche meines Lebens – mit dem Clown Dimitri.

Wenn dieses positive Gefühl einmal nicht da ist, weil es überdeckt wird von (Selbst-) Zweifel und (zu) hohen Ansprüchen mich selbst... Dann nehme ich mein inneres Kind an die Hand und sage ihm, dass es gut genug ist und zwar genau so, wie es ist. Ich nehme es in den Arm und zeige ihm, dass es geliebt wird für das, was es ist und nicht für das, was es macht (oder nicht macht).

Und zum Schluss noch dies: Wenn es etwas gibt, was ich meinen Kindern unbedingt weitergeben möchte, dann das, dass es sich lohnt, ab und zu nach den Sternen zu greifen. Ich möchte ihnen die Angst vor dem Scheitern nehmen und ihnen den Mut zum (aus)probieren geben. Vielleicht werden sie nicht jeden Stern ergreifen können, doch bestimmt eine ganze Menge.


www.redeweise.ch
Erziehung ist (k)ein Kinderspiel

Freitag, 8. Dezember 2017

Ein Kartenspiel gegen Langeweile

Heute möchte ich ein unterhaltsames Kartenspiel für eine Person vorstellen. Es ist für Kinder ab ungefähr sechs Jahren geeignet - oder sobald sie die Karten (Farben und Wertigkeiten) kennen.

Benötigt wird lediglich ein Spielkarten-Set, zum Beispiel Jasskarten oder Jokerkarten. 

Die Grundregeln sind relativ simpel:

Die Karten werden zu Beginn ausgiebig gemischt und als verdeckten Stapel in der Hand gehalten. Danach werden jeweils vier Karten nebeneinander offen auf den Tisch gelegt. Liegen zwei oder mehr Karten der gleichen Farbe, so werden die tieferen von den höheren "gestochen" und aus dem Spiel genommen. Danach werden die nächsten vier Karten aus dem in der Hand gehaltenen Kartenstapel auf den Tisch gelegt und wieder die "gestochenen" Karten weg genommen. Ziel dieses Spiel ist es, dass am Schluss nur noch die vier Asse liegen und alle anderen Karten weggelegt werden konnten. Da dies nicht immer auf Anhieb gelingt, kann auch gezählt werden, wie viele zusätzliche Karten noch stehen geblieben sind - je weniger das sind, umso erfolgreicher war das Spiel. 


Ich zeige hier einen möglichen Spielverlauf mit deutschschweizer Jasskarten auf. 

Schilten Banner ist tiefer als Schilten Ober und wird darum weggelegt.


Die nächsten vier Karten aus dem Handstapel werden leicht versetzt über die noch verbleibenden Karten auf den Tisch gelegt.


Rosen 6, Rosen Under und Rosen König sind tiefer als Rosen Ass und können weggelegt werden.


Da nun nicht mehr vier Reihen auf dem Tisch liegen, können bereits liegende Karten nach oben verschoben werden.


Schilten 8 ist tiefer als Schilten Ober und wird beiseite gelegt.


Es folgen die nächsten vier Karten aus dem verdeckten Handstapel.


Eichel 7 und Eichel Banner sind tiefer als Eichel Ober und werden beiseite gelegt. 


Da nun Rosen Ass frei geworden ist, kann die tiefere Rosen 9 weggelegt werden.


Eichel Ober darf in die Lücke der vier Reihen gelegt werden.


Eichel 6 ist tiefer als Eichel Ober und wird darum weggelegt.


Die nächsten vier Karten aus dem verdeckten Stapel in der Hand dürfen gelegt werden... und so weiter.


Bei nachfolgender Ausgangslage lohnt es sich zu überlegen, welche der bereits liegenden Karten in die frei gewordene Lücke der vier Reihen gelegt werden soll. 
  • Wird das Schilten Ass in die Lücke gelegt, kann nur Eichel 9 durch das frei gelegte Eichel Ass weggelegt werden. 
  • Wird Eichel 9 in die Lücke gelegt, können keine weitere Karten weggelegt werden. 
  • Wird hingegen das Schellen Ass in die Lücke gelegt, kann zuerst Schilten König und dann Schilten 9 weggelegt werden, da beide tiefer sind als das Schilten Ass.


Sind alle Karten aus dem Handstapel gelegt worden, werden die verbleibenden Karten (ohne Asse) gezählt. In meinem Beispiel habe ich das Ziel, dass am Schluss nur noch die vier Asse auf dem Tisch liegen, um sechs Karten verfehlt.

Viel Spass beim Ausprobieren und Spielen!


www.redeweise.ch
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