Mittwoch, 27. Mai 2020

Vermitteln bei Streit


Ich vertrete die Ansicht, dass wir Kindern zutrauen sollen, ihre Streitigkeiten selbst zu klären. Beobachten wir zum Beispiel Kinder, welche unbeaufsichtigt miteinander im Sandkasten spielen, fällt uns auf, wie schnell sich ihre Meinungsverschiedenheiten in Luft auflösen und sie wieder Frieden schliessen. Mischen sich jedoch Eltern oder Erzieher(innen) ein und möchten ihre gut gemeinten Ratschläge und Vorschläge einbringen, wird der Konflikt meistens komplizierter und dauert auch länger.

Falls wir dennoch das Gefühl haben, dass Kinder in einem Streit unsere Unterstützung brauchen, möchte ich gerne folgende sechs hilfreichen Punkte beim Vermitteln aufführen. Wir nehmen dabei nicht die Rolle eines Schiedsrichters ein, sondern eher die eines Dolmetschers - und helfen damit unseren Kindern, eigene Lösungen für ihr Problem zu entwickeln.

1. Neutraler Einstieg:
Wenn wir mit einem neutralen (!) Türöffner starten, um bei einem Streit zu vermitteln, machen wir gleich zu Beginn klar, dass wir nicht (mehr) bereit sind, Partei für jemanden zu ergreifen. Anstatt "Warum hast du das getan?" sagen wir zum Beispiel "Was ist hier gerade das Problem?" oder "Ich sehe/höre, ihr seid euch gerade nicht einig..."

2. Miteinander reden:
Wenn Kinder es gewohnt sind, dass wir uns in ihre Streitigkeiten einmischen, reden sie häufig mit uns über die anderen Kinder. Hier ist es unsere Aufgabe als Vermittler, sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie ein Problem haben und darum sie miteinander reden müssen.

3. Zugewandte Haltung:
Häufig schauen die Kinder zu uns und beschweren sich gegenseitig über das andere Kind. Die Körpersprache ist ein wichtiger Bestandteil unserer Kommunikation - lediglich 7% der Kommunikation beziehen sich auf das gesprochene Wort. Darum finde ich es sehr hilfreich, wenn sich die Kinder einander zuwenden, um einen Konflikt zu bewältigen.

4. Zwischen den Zeilen:
Wenn Kinder starke Gefühle haben (und das haben sie zwangsläufig in einem Streit), formulieren sie häufig angriffige und verletzende Sätze, um Dampf abzulassen. Unsere Aufgabe ist es nun, zwischen den Zeilen zu hören und die Aussagen nochmals in anderen Worten wieder zu geben. Wenn ein Kind zum Beispiel schreit: "Ich spiele nie mehr mit dieser blöden Kuh!" könnten wir sagen: "Du bist so wütend auf sie, dass du nie mehr mit ihr spielen möchtest." oder wenn das Kind ausruft: "Er schummelt immer beim Spiel!" könnten wir sagen: "Es macht dir keinen Spass zu spielen, wenn sich nicht alle an die Regeln halten." Wir formulieren eine neutrale Botschaft für das Kind und so fällt es dem Gegenüber leichter, konstruktiv auf die Äusserungen zu reagieren.

5. Standhaft bleiben:
Gerade zu Beginn dieses neuen Umgangs mit Streit werden die Kinder versuchen, uns in den Konflikt hineinzuziehen. Sie sind es sich vielleicht gewohnt, dass wir uns einmischen, Partei ergreifen oder unsere eigenen Lösungsvorschläge bringen. Hier ist es wichtig, dass wir unseren Standpunkt klar machen: "Ich traue euch zu, dass ihr es schafft, euer Problem selber zu lösen."

6. Eigene Lösungen:
Wenn Kinder lernen ihre Probleme selbst zu lösen, ist es sehr wichtig, dass wir selbst keine Lösung vorgeben. Die Kinder müssen (und werden!) eigene Lösungen finden. Sie müssen damit zufrieden sein - und nicht wir. Selbstverständlich müssen wir die Lösung akzeptieren können, doch das ist meistens weniger das Problem, als dass wir von unserer eigenen Vorstellung einer "guten Lösung" abkommen müssen.


Zum Schluss noch ein Zitat von Kurt Tucholsky: "Indianer sind entweder auf dem Kriegspfad oder rauchen Friedenspfeife - nur Geschwister können beides." Wie recht er doch hat... 

Freitag, 17. April 2020

Das Pusteblumen-Experiment

Letztes Jahr bin ich durch Irene von strich-und-faden.ch auf diese tolle Idee gestossen, wie man Pusteblumen haltbar machen kann. Und weil ich auch dieses Jahr aufs Neue davon begeistert bin, möchte ich euch gerne aufzeigen, wie das geht.

Material:
  • Löwenzahn (geschlossen, weisse Farbe sichtbar)
  • Draht
  • Styroporhalbkugel oder Ähnliches, um den Draht einzustecken
Und so geht's:
  • Macht euch auf die Suche nach Löwenzahn, welcher "frisch verwelkt" ist - er ist geschlossen, weiss und wird sich beim nächsten Öffnen in eine Pusteblume verwandeln.
  • Stülpt die Löwenzahnstängel jeweils über einen Draht und steckt sie so in eine Styropor-Halbkugel.
  • Nun braucht ihr ein wenig Geduld, bis sich die Pusteblumen in ihrem eigenen Tempo noch ein letztes Mal öffnen.

Bei uns war es so, dass nicht alle Blumen dem "Puste-Test" standgehalten haben. Zum Glück ist ja die Pusteblumen-Saison erst gerade eröffnet worden und so können wir jeden Tag aufs Neue unser Glück versuchen und an diesem kleinen Wunder teilhaben.


Ich wünsche euch und euren Kindern viel Freude beim Experimentieren. Schreibt ihr in die Kommentare, ob's bei euch geklappt hat?


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Montag, 6. April 2020

Vorlesen als Ritual bei Kindern





Am Mittwoch, 27. Mai 2020 findet der Schweizer Vorlesetag bereits zum dritten Mal statt. Ob er wie gewohnt in gross angelegten Aktionen oder eher im kleinen Rahmen Zuhause stattfindet, wird sich noch zeigen.

Im Zentrum dieses besonderen Tages steht das Vorlesen, welches für die Entwicklung unserer Kinder äusserst wertvoll ist. Zudem schaffen Eltern, Grosseltern und weitere Bezugspersonen mit ihrem Vorlesen unvergessliche Momente der Nähe und Geborgenheit.

In diesem Blogbeitrag möchte ich euch einerseits aufzeigen, mit welchen Tipps ihr das Vorlesen positiv beeinflussen könnt - und andererseits empfehle ich euch konkrete Bücher, welche bei unseren zwei Kindern sehr beliebt waren.

Vorlese-Tipp 1:
Reserviert euch fürs Vorlesen einen fixen Zeitpunkt in eurem Tagesablauf. Bei uns war es über viele Jahre die Zeit vor dem Schlafengehen. Ihr könnt jedoch auch mit dem Vorlesen in den Tag starten oder nach dem Mittagessen eure Vorlesezeit einplanen. 

Vorlese-Tipp 2:
Je jünger die Zuhörer sind, umso wichtiger ist es, dass sie sich aktiv beteiligen können. Gerade Babybücher bieten da viele Möglichkeiten, wenn es Sachen zu ertasten oder auf-/zuklappen gibt.

Buchempfehlungen für Babys (0-2 Jahre):
Das Buch "Mein liebstes Gutenacht-Fühlbuch" begleitete unsere Kinder von klein an. Dort konnten sie in der Geschichte einem Jungen helfen, sich "bettfertig" zu machen und zum Beispiel seinen Pyjama zuknöpfen oder die Vorhänge zuziehen. Leider ist dieses Buch inzwischen vergriffen, doch es gibt viele Bücher in einer ähnlichen Art.
Vorlese-Tipp 3:
Lest oder erzählt in eurer eigenen Sprache. Es spielt keine Rolle, ob ihr eine Geschichte in Hochdeutsch vorlest oder in Schweizerdeutsch bzw. einer anderen Sprache erzählt. Wichtig ist, dass ihr euch dabei wohl fühlt.

Vorlese-Tipp 4:
Eure Kinder werden es lieben, wenn ihr möglichst lebendig und abwechslungsreich vorlest. Benutzt verschiedene Stimmlagen und setzt auch eure Mimik entsprechend ein. Durch regelmässigen Blickkontakt merkt ihr, wie sehr die Kinder in die Geschichte eintauchen.

Buchempfehlungen für Kleinkinder (3-4 Jahre):
Diese Wimmelbücher von Rotraut Susanne Berner haben unsere Kinder geliebt und weit über die 3-4 Jahre hinaus begleitet. Es ist kein "Vorlesebuch" im eigentlichen Sinn, da es keinen Text hat. Dennoch gibt es unendlich vieles zu entdecken und zu erzählen über die Stadt Wimmlingen und deren Bewohner. Auch hier können die Kinder aktiv werden, indem sie zum Beispiel eine Person über die verschiedenen Seiten hindurch suchen und deren Geschichte weiterverfolgen.
Vorlese-Tipp 5:
Immer und immer wieder... und zwar genau gleich wie letztes Mal. Kinder mögen Wiederholungen und können teilweise von einer Geschichte kaum genug bekommen. Für sie ist das überhaupt nicht langweilig - im Gegenteil: es gibt ihnen Sicherheit.

Vorlese-Tipp 6:
Lasst die Kinder entscheiden, welche Bücher ihr ihnen vorlesen sollt. Sie wissen sehr genau, was ihnen im Moment gut tut oder welche Themen bei ihnen gerade hoch im Kurs sind.

Buchempfehlungen für Vorschulkinder (5-6 Jahre):
Das Buch "So lieb hab ich nur dich" beschreibt die Geschichte eines Hasenjungen, der - genervt von den täglichen Aufforderungen seiner Mutter sich zu waschen, Sport zu machen und seine Spielsachen aufzuräumen - Reissaus nimmt. Es ist ein wunderbares Bilderbuch für Zeiten, in denen Kinder und Eltern aneinander geraten, weil es aufzeigt, dass die Liebe immer da ist.

Die Geschichte der "Kleinen Raupe Nimmersatt" kennen vermutlich schon einige. Unsere Kinder konnten diese Geschichte immer und immer wieder hören und freuten sich jedes Mal über die Verwandlung in den wunderschönen Schmetterling.

Das Buch "Die Honigbiene" ist relativ neu (2019): mit den wundervollen Bildern und dem tollen, teilweise gereimten Text zieht diese Geschichte über das Leben der Honigbienen Gross und Klein in ihren Bann.
Vorlese-Tipp 7:
Versucht die Kinder in die Geschichten miteinzubeziehen. Stellt Fragen: Wie geht die Geschichte wohl weiter? Wie würdest du in einer ähnlichen Situation reagieren? Was denkst du, warum das so ist? Geht zudem auf mögliche Fragen eurer Kinder ein.

Vorlese-Tipp 8:
Auch wenn Kinder bereits selber lesen können, verliert das Vorlesen seinen Stellenwert überhaupt nicht. Wie schön ist es doch, sich mit Mama oder Papa unter die Decke zu kuscheln und einer Geschichte zu lauschen. 

Buchempfehlungen für Schulkinder (7-8 Jahre):
Die Geschichten des kleinen Bruders (ich) und seiner Schwester Klara habe bereits ich als Kind sehr gemocht und auch unsere Kinder finden sie ganz toll. Diese "Ich und meine Schwester Klara"-Bücher beinhalten freche und lustige Geschwistergeschichten und sind ein (Vor-)Lesevergnügen für Gross und Klein.
Ich hoffe, dass ich euch mit meinen Ideen und Buchvorschlägen inspirieren konnte und wünsche euch und euren Kinder unvergessliche Vorlese-Momente.

Schreibt bitte in die Kommentare, welches euer Lieblingsbuch bzw. das Lieblingsbuch eurer Kinder ist. Ich freue mich drauf!



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Montag, 30. März 2020

Kleine Glücksbringer in der Post



Glück kann jeder brauchen - und gerade in der momentanen Situation können diese kleinen Glücksbringer viel Freude bereiten. 

Wir haben die Kleeblätter und Marienkäfer auf Blankokarten geklebt und diese anschliessend lieben Menschen geschickt, welche wir im Moment nicht treffen dürfen.


Material:

- rotes Papier 
- grünes Papier
- Schere
- schwarzer Filzstift
- Blankokarten 
- Klebestreifen



Anleitung Marienkäfer:

Für die Marienkäfer benötigt ihr Dreiecke aus rotem Papier. Wir haben Quadrate in der Grösse von ca. 9 cm x 9 cm zugeschnitten und diese dann in der Diagonalen halbiert, um entsprechende Dreiecke zu erhalten.


Faltet zuerst das Dreieck einmal in der Mitte und klappt dann die beiden Ecken nach unten zur Mitte. Anschliessend knickt ihr die entstandene obere Ecke ungefähr 1 cm nach unten.


Nun dreht ihr das Papier um und faltet die beiden seitlichen Ecken zur Mitte. Anschliessend knickt ihr die neu entstandenen oberen Ecken wie abgebildet nach unten.

Dreht das Blatt erneut um und schneidet den unteren Teil rund ab. Nun könnt ihr mit einem schwarzen Filzstift noch den Kopf und die Punkte aufzeichnen.


Anleitung Kleeblatt:

Für die Kleeblätter benötigt ihr Quadrate in der Grösse von ca. 9 cm x 9 cm aus grünem Papier. 

Halbiert das Quadrat je einmal längs, quer und in beiden Diagonalen - und öffnet es wieder. Faltet es anschliessend zu einem Dreieck und schneidet dann die Rundung wie eingezeichnet ab. Danach könnt ihr das Blatt wieder auffalten.

Nun könnt ihr die Glücksbringer auf Karten kleben und hübsch dekorieren. Wenn ihr zum Aufkleben zusammengerollte Klebestreifen verwendet, entsteht ein toller 3D-Effekt. 


Ich wünsche euch und euren Kindern viel Spass beim Nachbasteln - und den Beschenkten eine hoffentlich gelungene Überraschung und ganz viel Freude an diesen Glücksbringern.


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Sonntag, 22. März 2020

Dicke Luft und dünne Nerven - eine explosive Mischung



In Zeiten des Social Distancing und der Schulschliessungen rücken wir als Familie zwangsläufig zusammen. Wir verbringen viel mehr Zeit miteinander, als wir es gewohnt sind. Die neuen Aufgaben und die Herausforderungen, welche die Pandemie mit sich bringt, belasten alle. Es gibt viel Konfliktpotential. Wie gehen wir am besten mit der Situation um?

In meinem Gastbeitrag für "BEEHIVE - das Magazin für die berufstätige Frau mit Kind" verrate ich, wie das Familienleben in der Krise einfacher wird.

Wie geht es dir in der aktuellen Situation? Welches sind die grössten Herausforderungen in deinem (Familien-)Alltag?



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Samstag, 29. Februar 2020

Das Seifen-Experiment





Heute zeige ich euch ein kleines Experiment, mit dem ihr eure Kinder überraschen und ihnen zugleich aufzeigen könnt, wie wichtig das Händewaschen ist.

Ihr benötigt dazu: 
  • einen Teller
  • ein Glas Wasser
  • etwas Pfeffer
  • Spülmittel oder Seife


Und so geht's:

Füllt den Teller mit Wasser und streut Pfeffer darauf. Die Pfefferstückchen symbolisieren die Viren in unserer Umwelt. Nun kann das Kind mit der Fingerspitze ins Wasser tippen und schauen, wie viele Pfefferstückchen (Viren) daran hängen bleiben.

Gebt jetzt ganz wenig Seife oder Spülmittel auf den Finger des Kindes und sagt ihm, dass es nochmals ins Wasser tippen soll. Es wird bestimmt staunen, wie alle Pfefferstückchen (Viren) plötzlich flüchten.



Das steckt dahinter:

Durch die Oberflächenspannung des Wassers schwimmen die Pfefferstückchen zuerst wie auf einer dünnen Haut. Wenn wir mit dem Finger das Wasser antippen, bringen wir es höchstens ein wenig in Schwingungen - die Oberflächenspannung/Haut bleibt jedoch erhalten. Ganz anders ist es, wenn wir an unserem Finger ein wenig Seife oder Spülmittel haben. Berühren wir nun damit das Wasser, verringern wie die Oberflächenspannung und die Pfefferstückchen sausen zum Tellerrand (wo die Oberflächenspannung noch etwas grösser ist) oder gehen zum Teil auch unter. Seife und Spülmittel enthalten sogenannte Tenside, das sind chemische Stoffe, welche die Oberflächenspannung des Wassers herabsetzen und somit helfen, Verschmutzungen zu lösen.


Ich wünsche euch viel Spass beim Experimentieren.


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Fadenbilder mit Nägeln



Diese Woche wurde bei uns mächtig gehämmert und gewerkelt, denn wir haben tolle Fadenbilder mit Nägeln selber gemacht.

Du benötigst dazu: 

- Holz (mind. 12 mm dick)
- Nägel (für Kinder eignen sich 25mm lange mit grossem Kopf am besten)
- Hammer
- Garn oder Wolle
- Vorlage

Und so wird's gemacht:

Zuerst brauchst du eine Vorlage des Sujets, das du gerne gestalten würdest. Diese kannst du entweder selber zeichnen oder du suchst im Internet ein entsprechendes Motiv und druckst es aus.

Falls die Punkte für die Nägel noch nicht eingezeichnet sind, kannst du das noch machen. Am besten lässt du zwischen den Punkten einen Abstand von ca. 1 cm.

Nun kannst du die Vorlage mittig aufs Holz legen und je einen Nagel oben und unten einschlagen, um das Ganze zu fixieren. Danach hämmerst du auch noch alle übrigen Nägel den Umrissen entlang in das Holz. Achte darauf, dass ungefähr 1 cm des Nagels noch herausschaut, damit du nachher das Garn bzw. die Wolle gut herumwickeln kannst.

Wenn du alle Nägel eingeschlagen hast, kannst du die Vorlage wegreissen und allfällige kleine Papierschnipsel bei den Nägeln noch entfernen.



Nun nimmst du das Garn oder die Wolle, knotest sie an einem der Nägel fest und beginnst mit dem Verbinden. Du kannst dabei den Faden nach einem bestimmten System/Muster durch das Motiv spannen oder die Nägel kreuz und quer miteinander verbinden.

Wenn du mit der Dichte des Netzes zufrieden bist, knotest du das Garn bzw. die Wolle wieder an einem Nagel fest und schneidest den Rest ab.



Weitere Ideen:
  • Du kannst anstatt eines normalen Holzbrettes auch eine Deko-Holzscheibe mit Rinde verwenden.
  • Das Holz kannst du vor dem Verarbeiten noch anmalen.
  • Du kannst anstatt das Motiv auch den "Hintergrund" bespannen - dafür musst du einen Rand ebenfalls mit Nägeln bestücken.
  • Wenn du das Garn bzw. die Wolle nach einem bestimmten Schema um die Nägel wickelst, entstehen geometrische Nagelbilder. Im Internet findest du dazu viele Vorlagen.

Ich wünsche dir viel Spass beim Hämmern und Spannen. 

Wenn du magst, kannst du mir dein Fadenbild per Mail an info(a)redeweise.ch senden - darüber würde ich mich sehr freuen.



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Donnerstag, 23. Januar 2020

(Sitz-)Ordnung am Familientisch

Viele sehen den Esstisch als Mittelpunkt eines harmonischen und geordneten (Familien-)Lebens. In der Realität geht es dort jedoch häufig anders zu und her: die Geschwister streiten und zanken sich, klebrige Händchen greifen zur Salatschüssel und kippen dabei das Trinkglas um, schmutzige Wörter entweichen dem mit Sauce verschmierten Kindermund... 

Auch bei uns herrscht nicht immer Friede, Freude, Eierkuchen am Familientisch. Wir haben unsere Sitzordnung am Tisch häufig gewechselt und angepasst - mit dem Ergebnis, dass sich das Klima zumindest für ein paar Tage oder Wochen verbesserte. Doch die "perfekte" Lösung hatten wir wohl noch nicht gefunden.

Vor ein paar Wochen bin ich dann auf einen Artikel gestossen, bei dem es um die systemische Ordnung in der Familie ging und dass diese auch bei der Sitzordnung am Tisch angewendet werden kann. So kam es, dass wir kurz vor dem Jahreswechsel unsere Plätze am Esstisch änderten. Inzwischen sind über drei Wochen vergangen und ich bin begeistert! Ich habe das Gefühl, dass nun jeder seinen Platz gefunden hat und somit eine grössere Zufriedenheit am Tisch herrscht.

Hier also ein paar Tipps, wie auch du die (Sitz-)Ordnung am Familientisch herstellen kannst:
  • Die Sitzordnung wird im Uhrzeigersinn aufgestellt. Das Herz wird unserer linken Körperhälfte zugeordnet und somit kann die Liebe in diese Richtung besser fliessen.
  • Falls der Tisch in der Nähe einer Wand steht, sitzen die Eltern mit dem Rücken zur Wand. Das stärkt ihnen - wortwörtlich - den Rücken.
  • Die Eltern sitzen sich nicht gegenüber, sondern nebeneinander oder bei einem quadratischen Tisch übers Eck - dabei sitzt meistens der Mann rechts und die Frau zu seiner Linken.
  • Die Geschwister sitzen in der Reihe ihres Alters links von der Mutter: das älteste Kind zuerst, links davon das zweitälteste Kind und so weiter im Uhrzeigersinn bis zum jüngsten Kind.
  • Ein Kleinkind, das noch nicht selber essen kann, sitzt neben der Mutter oder dem Vater. Sobald es soweit selbständig den Löffel halten kann, wird es auch in die Geschwisterfolge eingeordnet.
  • Wenn ein Familienmitglied bei einer Mahlzeit nicht da ist, wird sein Platz dennoch frei gehalten.
  • Bei einem rechteckigen Tisch sollte wenn möglich niemand am Kopfende sitzen, denn dieser Platz gebührt den Ahnen der Familie.
Wenn jedes Familienmitglied seinen entsprechenden Platz am Familientisch einnimmt, hat dies positive Auswirkungen auf das gesamte Familiensystem. Die Eltern werden gestärkt und in ihrer Aufgabe, die Familie zu leiten, unterstützt. Die Kinder lernen, sich in die Hierarchie der Familie einzuordnen (ohne sich unterzuordnen). Das vermittelt Sicherheit und gibt ihnen den nötigen Halt. 

Hier ein paar Beispiele von Sitzordnungen am Esstisch, welche der systemischen Ordnung entsprechen:


Vielleicht habe ich dich ja ein wenig neugierig gemacht und du hast Lust, auch eure (Sitz-)Ordnung am Familientisch zu überdenken und/oder anzupassen? Schreibe in die Kommentare, was du davon hältst und welche Erfahrungen du damit gemacht hast...

Liebe Grüessli,

Mittwoch, 1. Januar 2020

Wenn ein Leben endet...


Vor einem Jahr ist einer unserer Kater schwer erkrankt und musste sogar ein paar Tage in der Tierklinik verbringen. Das war die erste Situation, bei der unsere Kinder mit dem Thema "Endlichkeit" in Kontakt kamen - und wir wollten sie bestmöglich auf den Ernstfall vorbereiten. Sehr hilfreich war damals das Buch "Was mach ich nur mit meiner Trauer" von Dagmar Geisler. Wir hatten es oft zusammen angeschaut und mit ihnen über den (Kreis-)Lauf des Lebens geredet. Zum Glück durften wir damals unseren Kater wieder nach Hause nehmen. Er muss seither zwar Medikamente nehmen und immer mal wieder für eine Kontrolle zum Tierarzt, doch es geht Kater A soweit gut und er erfreut sich am Zusammensein mit uns - und wir uns natürlich auch an ihm.

Dass wir genau ein Jahr später erneut mit diesem Thema konfrontiert sein werden, damit haben wir nicht gerechnet. Zumal es dieses Mal der andere Kater war, der uns Sorgen machte: Kater R, der robustere und kräftigere der beiden Brüder, hatte plötzlich weniger Appetit. So gingen wir mit ihm zum Tierarzt, um abzuklären, was er hat und wie wir ihm helfen könnten. Die Diagnose der Tierärztin kam dann für uns alle sehr überraschend und war ein grosser Schock. Seine Lunge war total verwuchert, so dass keine Hoffnung auf Heilung bestand.

Wir mussten unseren geliebten Kater R. wenige Tage später schweren Herzens ziehen lassen - er durfte in unseren Armen einschlafen und sich auf den Weg über die Regenbogenbrücke machen. 



Gerne möchte ich ein paar unserer Erfahrungen und Tipps mit euch teilen, falls auch ihr eines Tages eure Kinder durch den Verlust eines Haustieres begleiten müsst.

Offen mit den Kindern über das Thema "Tod" reden:
Seid ehrlich mit euren Kindern und verheimlicht oder beschönigt es nicht, wenn es dem Haustier nicht gut geht. Lasst euch im Gespräch von euren Kindern leiten und beantwortet ihre Fragen offen, ohne ihnen mehr erklären zu wollen, als sie im Moment wissen möchten. Kinder haben ein sehr gutes Gespür dafür, was ihre Seele braucht und wofür es (noch) zu früh ist. 

Den Kindern die Möglichkeit geben, auf ihre eigene Art zu trauern:
Jeder Mensch trauert anders - und jeder hat das Recht, es auf seine eigene Art und Weise zu tun. Bei einigen Kindern bricht die Trauer direkt aus und überflutet sie buchstäblich, andere wiederum brauchen Zeit und trauern vielleicht erst später. Einige Kinder erleben ihre Trauer in Wellen, mal ist sie da, dann wieder weit weg und andere beschreiten ein tiefes Trauertal, bevor sie wieder Freude empfinden.

Rituale können den Kindern helfen, mit dem Verlust umzugehen:
Wenn es die Situation erlaubt, ist es sehr schön, wenn sich die Kinder vom Haustier verabschieden können. Auch sollen sie die Möglichkeit haben, eine kleine "Gedenkstätte" zu erstellen, so dass das Tier auch nach dem Tod seinen Platz in der Familie hat.   

Nicht nur Kinder trauern um Haustiere:
Die Eltern müssen den Verlust eines Haustieres ebenfalls verarbeiten und dürfen ihre Trauer auch vor den Kindern zeigen. Für mich war es jeweils ein klarer Rollenwechsel: oftmals war ich für unsere Kinder da und habe sie in ihrer Trauer unterstützt und begleitet - manchmal überkam mich die eigene Trauer. In solchen Situationen finde ich es wichtig, dass wir Eltern unseren Kindern das Gefühl geben können, dass sie keine Verantwortung tragen für unsere Trauer und wir diese ohne ihre Hilfe bewältigen können.

Ein geliebtes Haustier kann nicht ersetzt werden:
Vielleicht liegt die Versuchung nahe, ein verstorbenes Tier möglichst schnell durch ein Anderes zu ersetzen. Auch wenn dies die momentane Trauer etwas mildern kann, ist es in erster Linie eine Ablenkung und deshalb nicht sonderlich ratsam. Meiner Meinung nach soll und darf die Trauer ihren Platz haben, denn auch sie gehört zum Leben dazu...und irgendwann wird die Zeit vielleicht wieder reif sein für ein neues, tierisches Familienmitglied. 


Mittwoch, 11. Dezember 2019

Süsse Sternen-Grüsse





Letztes Jahr bin ich durch Rita Angelone auf diese herzigen Sternmännchen gestossen. Wir haben sie damals nachgebacken und unsere Kinder haben diese als kleinen Adventsgruss an ihre Schulkameradinnen und - kameraden verschenkt. 

Nun möchte ich euch zeigen, wie ihr diese süssen Sternen-Grüsse mit euren Kindern nachbacken könnt - um damit vielleicht den einen oder anderen lieben Menschen in eurem Umfeld zu erfreuen.

Das Rezept ergibt bei einem Stern-Durchmesser von 11 cm ungefähr 24 Stück.

Zutaten:
250 g Butter
225 g Zucker
1 Prise Salz
3 Eier
1 unbehandelte Zitrone
500 g Mehl

... und dann braucht ihr noch:
Ausstechförmchen
Zuckerherzen (oder Smarties)
ev. Zuckeraugen
Dekoschrift

Zubereitung:
Butter in einer Schüssel weich rühren. 
Zucker, Salz und Eier dazugeben und weiterrühren, bis die Masse hell wird. 
Die Schale der Zitrone abreiben und beigeben. 
Anschliessend das Mehl dazugeben und zu einem Teig zusammenfügen.

Den Teig zugedeckt ca. zwei Stunden kühl stellen.


Anschliessend den Teig portionsweise auf etwas Mehl und/oder Backpapier 5 mm dick auswallen.
Die Sterne ausstechen und auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech legen.
Die Zuckerherzen (oder Smarties) darauf legen, einen "Arm" darüber legen und festdrücken.




Die Sterne 15 Minuten kühl stellen und anschliessend in der Mitte des auf 180 Grad vorgeheizten Ofens ca. 12-13 Minuten backen.



Sobald die Guetzli ausgekühlt sind, könnt ihr das Gesicht gestalten und nach Belieben verzieren. 

Diese süssen Sternen-Guetzli machen auf einem Teller an der Weihnachtsfeier oder auch einzeln eingepackt als kleines Mitbringsel eine tolle Figur... findet ihr auch?
Ich wünsche euch viel Freude beim Backen, Verschenken und selber naschen.


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Dienstag, 19. November 2019

Der etwas andere Adventskalender

Die Adventszeit steht kurz bevor - und mit ihr steigt auch der Stresspegel der meisten Menschen. Insbesondere in Familien herrscht gerade in dieser Vorweihnachtszeit Hochbetrieb für allerlei zusätzliche Attraktionen: Kerzen ziehen, Adventssingen, Proben fürs Krippenspiel, Guetzli backen... 

Hinter all den Terminen und (Weihnachts-)Vorbereitungen geht das, worum es wirklich geht, schnell vergessen. Weihnachten ist das Fest der Liebe - nicht der Geschenke. Und so soll meiner Meinung nach auch in der Vorweihnachtszeit der Fokus bei mir und meinen Liebsten sein.

Aus diesem Grund habe ich dieses Jahr einen etwas anderen Adventskalender für dich:

Der Redeweise-Adventskalender besteht aus 24 kleinen Ideen und Inputs für dich und deinen (Familien-)Alltag. Es geht darum, dir (und manchmal auch deinem Kind) Inseln zu schaffen - ruhig, besinnlich, innig.


Fühlst du dich angesprochen und möchtest gerne die Adventszeit auf diese Weise verbringen? 

Dann schreibe mir eine Mail mit dem Betreff "Adventskalender 2019" an info(a)redeweise.ch - ich sende ihn dir gerne zu. 😊

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Sonntag, 20. Oktober 2019

Umgang mit Gefühlsausbrüchen (inkl. Bastelidee)















Gefühlsausbrüche sind sowohl für den Betroffenen als auch für sein Umfeld nicht immer ganz einfach. Auch im Familienalltag sind wir oft mit den starken Emotionen unserer Kinder konfrontiert und wissen vielleicht nicht so recht, wie wir damit umgehen sollen. 

Ich bin der Meinung, dass es keine schlechten Gefühle gibt, denn alle Gefühle haben ihre Berechtigung und ihren Sinn. So kann zum Beispiel Wut ein wichtiger Hinweis darauf sein, dass womöglich gewisse Bedürfnisse nicht erfüllt werden. Und vielleicht braucht es gerade die Energie, welche diese Wut mit sich bringt, um etwas an der momentanen Situation verändern zu können. Darum spreche ich lieber von angenehmen und unangenehmen Gefühlen. 

Alle Gefühle haben etwas gemeinsam: sie sind vergänglich. Kein noch so grosses Glücksgefühl dauert ewig an und genauso ist es auch bei Trauer, Wut und Ihresgleichen.

Wie also soll ich reagieren und was soll ich sagen, damit ich mein Kind im Umgang mit seinen Emotionen begleiten und unterstützen kann?

Das Wichtigste ist, dass wir da sind - und zwar nicht nur physisch, sondern auch mit den Gedanken und vor allem mit unserem Herz. Wir lassen unser Kind, das von seinen Gefühlen überwältig wird, nicht einfach alleine mit dem Auftrag "Beruhige dich erst mal...", sondern wir bleiben bei ihm. 

Wir nehmen unser Kind so an, wie es sich im Moment gerade fühlt und versuchen nicht, dieses Gefühl sofort zu beseitigen, indem wir (gut gemeinte) Ratschläge erteilen oder dem Kind sagen, wie es sich zu fühlen hat. Ein "Es ist in Ordnung, dass du nun enttäuscht bist" oder "ich verstehe, dass dich das wütend macht" oder "hm... das ist wirklich sehr traurig" zeigt dem Kind, dass wir seine Gefühle ernst nehmen und diese Platz haben.

Wenn sich die Gefühlswelle ein wenig beruhigt, können wir das Kind vielleicht fragen, was ihm helfen würde oder was ihm gut tun könnte. Vielleicht möchte es das Wutmonster auf ein Blatt bringen oder lieber schreiend in den Wald schicken? Vielleicht möchte es in seiner Trauer gehalten werden oder lieber ein wenig Zeit für sich haben? Vielleicht möchte es seinen Ärger von der Seele reden und damit Dampf ablassen? 

Um mit den Kindern zusammen den Umgang mit Gefühlen auch im Alltag greifbarer zu machen, habe ich noch eine kleine Bastelidee:



So könnte zum Beispiel jedes Familienmitglied an seiner Zimmertüre so eine "Gefühlsuhr" aufhängen - und mit dem Zeiger das jeweilige Befinden markieren. Dadurch fördern wir bei unseren Kinder (und auch bei uns selber) das Gespür für die eigenen Emotionen und das Verständnis für das Gegenüber.

Materialliste für eine Gefühlsuhr:



- Pappteller
- Kartonstreifen
- Musterklammer
- Schere
- Leimstift
- 12 Gefühlsbildchen (*)


Schneidet 12 verschiedene Gefühlsbildchen aus und klebt sie auf den Rand des Papptellers. 
Den Kartonstreifen schneidet ihr so zu, dass ihr ihn mit einer Musterklammer in der Tellermitte befestigen könnt und seine Spitze bis zum inneren Tellerrand reicht.

* Diese Druckvorlage mit fünf verschiedenen Gefühlsbildchen-Varianten sende ich dir gerne kostenlos zu. Schreibe mir dafür einfach eine Mail mit dem Betreff "Gefühlsuhr" an info(at)redeweise.ch 😊

Liebe Grüessli,
Barbara

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